Dipl.-Kfm. Karsten Schmidt - Service & Stadtführungen
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Personen und Orden in Erfurt

Meister Eckhart Meister Eckhart (1295-1311), 1302/03 erlangte Eckhart in Paris die Magisterwürde (vergleichbar einem heutigen Ordinariat für Theologie)
Meisterschüler Eckarts Meisterschüler: Heinrich Seuse (gest. 1366) und Johannes Tauler (gest. 1361)
Scholastik und Mystik An Eckhart wird deutlich, daß Scholastik und Mystik nicht Gegensätze, sondern Korrelate sind: "Die Mystik will Verinnerlichung und Glauben der durch die Scholastik gegründeten Lehre von der Gottesgemeinschaft. Die Stätte der Scholastik ist das Katheder, die Scholastik will Lehr- und Lerngut sein, daher ihre unpersönliche, verstandesmäßige Form ... Die Mystik gedeiht in stiller Klosterzelle ..."
Dominikaner Die Dominikaner lehrten von Albertus Magnus (gest. 1280) initiiert, von Thomas von Aquino (gest. 1274) präzisiert, den Primat des Intellekts.
Franziskaner Die Fanziskaner, deren gewichtigster theologischer Vetreter, Johannes Duns Scotus (gest. 1308) lehrten den Primat des Willens.
Johannes Reuchlin Johannes Reuchlin (1455-1522), Doktor der Rechte, einer der größten Philologen jener Zeit (Philologie: Sprach- und Literaturwissenschaft, Philologe: jemand, der sich wiss. mit Philologie beschäftigt)
Reuchlin war einer der ersten Bekenner der "zweckfreien Wissenschaft", die Beweis, Gegenbeweis und allseitige Meinungsfreiheit proklamierten.
Helius Eobanus Hessus Helius Eobanus Hessus (1488-1540),
1504-1509 Studium in Erfurt, Abschluß mit Magisterprüfung
1514-1526 wieder in Erfurt, Dunkelmännerbriefe für Reuchlin
1515 Heirat mit Catharina Spater, Engelsburg
1517 Professor für Rhetorik und Poetik: Hessus las Kollegs abwechselnd über die alten römischen Dichter, besonders Vergil (70-19 v. Chr.) und über seine eigenen Werke, besonders die Heroiden vor
Epistolae obscurorum
virorum "EOV"
1515 - 1517
Im Jahre 1509 war zu Reuchlin in Stuttgart ein getaufter Jude gekommen. Johann Pfefferkorn stand in enger Verbindung zu den scholastisch geprägten Dominikanermönchen in Köln. Pfefferkorn hatte sich, um die Ernsthaftigkeit seines Glaubenswechsels zu beweisen, an den Kaiser selbst gewandt und die Vollmacht erwirkt, die ganze mittelalterliche Judenliteratur zu verbrennen.
Als ein toleranter und an hebräischen Schrifttum brennend interessierter Gelehrter war Reuchlin nun nicht daran interessiert, dem Ansinnen von Pfefferkorn nachzukommen. Die Kölner Dominikaner strengten alsbald eine langwierige Hetzkampagne gegen Reuchlin an: sie wollten ihn vor die Inquisition ziehen! Es ging bereits um den Kampf der beiden Systeme: Scholastik und Humanismus. Es wurde ein geistiger Machtkampf, der alle europäischen Gelehrten zur Parteinahme zwang.
Crotus Rubeanus war wohl Autor der ersten Dunkelmännerbriefe während Ulrich von Hutten (1488-1523) für den 2. Teil zuständig betrachtet werden kann. Die Briefe erschienen anonyme 1515 und 1517.
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